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Bild D.Sharanov: Karakorum Expedition / Baltoro Gletscher
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Pakistan

Eine Geschichte aus Pakistan

PostDateIconMittwoch, den 22. September 2010 um 14:00 Uhr | PostAuthorIconGeschrieben von: Alexander Groos | Drucken | E-Mail

The True Story Behind Nutella

Das Verschwinden eines 5kg Nutella Glases in Pakistan

Unsere beiden französischen Bergführer Erwann Le Lann und Alexander de Vogüé hatten von Freunden für unsere dreieinhalbwöchige Expedition ins Karakorum Gebirge ein 5kg Nutella Glas geschenkt bekommen, dass wir eigentlich gemeinsam auf dem Baltoro Gletscher verspeisen wollten, wozu es allerdings nie kam! Auf der Jeep-Fahrt von Skardu nach Askole, das letzte Dorf auf 3000m in den Bergen im Norden Pakistans bevor die Zivilisation aufhört, mussten wir einige wackelige Holzbrücken überwinden, wobei eine durch einen Steinschlag dermaßen zerstört war, dass wir all unser Gepäck von der einen Seite des Bergflusses auf die andere transportieren mussten, wo andere Jeeps auf uns warteten. Seit diesem Zeitpunkt wurde das 5kg Nutella Glas nicht mehr gesichtet. Die einzige Vermutung die wir hatten, war, dass irgendeiner der vielen Träger und Helfer, die mit uns unterwegs waren, dieses entwendet hatte. :) Jeden Tag wurde unser schmerzlich vermisstes 5kg Nutella Glas in irgendeiner Form erwähnt. Nicht selten wurde es genutzt, um unseren Bergführer Erwann Le Lann anzustacheln, den dieser Verlust tief getroffen und verletzt hatte! :)

Vor ein paar Tagen, einige Monate nach dem Ende der Expedition, bekamen wir von Farah, einer Mitarbeiterin von Nazir Sabir Expeditions, die unsere Expedition geplant und mit uns durchgeführt hatten, eine Rundmail, dass die Träger das Nutella Glas die ganze Zeit auf dem Baltoro Gletscher mitgeschleppt und vor uns versteckt hatten. :)

Nach der Expedition durften die Kinder unserer sehr sympathischen Träger wohl das 5kg Nutella Glas leeren, wie das süße Foto beweist!!! :)

Was für eine tolle Geschichte. Ich hoffe den Jungs hat es geschmeckt!!!

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Kommentare (1)
 

Flutkatastrophe in Pakistan

PostDateIconMontag, den 16. August 2010 um 11:58 Uhr | PostAuthorIconGeschrieben von: Alexander Groos | Drucken | E-Mail

Wo bleibt die Hilfe und Unterstützung für Pakistan???

Als ich am Donnerstag aus Istanbul zurückgekommen bin und über das Ausmaß der unfassbaren Flutkatastrophe in Pakistan informiert wurde, war ich schockiert! Ende Juni war ich noch selbst in diesem Land, habe unglaublich freundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt, die höchstwahrscheinlich von den starken Fluten betroffen sind, auch wenn die Region Gilgit-Baltisan, in der wir während unserer Karakorum-Expedition die meiste Zeit verbracht haben, glücklicherweise nicht im direkten Katastrophengebiet liegt. Der Karakorum Highway, auf dem wir von Skardu nach Islamabad auf dem Rückweg unserer Expedition unterwegs waren, wurde teilweise gesperrt und die Hauptstadt Islamabad, in der es im Juni noch so heiß und trocken war, hat ebenso mit den Überschwemmungen zu kämpfen. Bereits im Juni konnte ich selbst erleben, was für ein reißender Fluss der Indus ist. Bis dahin wurde er allerdings „nur“ von dem Schmelzwasser der Gletscher gespeist und musste nicht die riesigen Niederschlagsmengen des Monsuns aufnehmen, der den Indus letztendlich zum Überlaufen gebracht hat. An manchen Orten betrugen die Niederschlagsmengen bis zu 600l/m². Im Vergleich dazu waren es in Ostdeutschland nur 120l/m².

Schätzungsweise 1600 Menschen sind bisher umgekommen, ca. 20 Millionen Menschen direkt von den Fluten betroffen, dass sind 12% der Bevölkerung und mehr Menschen als in den meisten europäischen Ländern überhaupt leben! Doch trotzt dieser gewaltigen Natur-katastrophe, mit der das Entwicklungsland Pakistan total überfordert ist, frage ich mich ununterbrochen, wo die nötige Hilfe und Unterstützung für Pakistan aus Politik, Medien und Gesellschaft in den westlichen Ländern bleibt?!

Was ist der Grund dafür, dass es in der deutschen Bevölkerung scheinbar kaum jemanden zu interessieren scheint, was in Pakistan geschieht und in welcher Not sich die Menschen dort befinden? Die Spendenbereitschaft war bis jetzt äußerst gering! „Während für Haiti im gleichen Zeitraum nach Beginn der Katastrophe (Erdbeben im Januar 2010) 9.700.000€ gespendet wurden, haben wir für Pakistan erst 179.000€ registriert“, so Birte Steigert vom Aktionsbündnis „Deutschland Hilft“. Zwar sind bisher zum Glück angesichts dieser Wassermassen „nur“ 1600 Menschen ums Leben gekommen, doch Millionen von Menschen sind auf westliche Hilfe und Unterstützung angewiesen. Die mit am Stärksten betroffene Region ist ausgerechnet der Punjab, der Motor der Wirtschafft in Pakistan.

Die hilfsbedürftigen Menschen werden dafür abgestraft, dass in den westlichen Ländern ein völlig falsches und vereinfachtes Bild von Pakistan herrscht, in dem nur Islam, Taliban, Atomwaffen und der Hass auf den Westen vorkommt. Dass der Großteil der Pakistani friedliche, herzliche und hilfsbereite Menschen sind, wie ich es selbst erleben durfte, dass dieses Land eine unglaublich schöne Landschaft besitzt und in Städten wie in Lahore im Punjab eine ausgeprägte Kultur vorzufinden ist, ist den meisten Menschen hier nicht bekannt.

Hier ein paar undifferenzierte und rassisstische Zitate, welche ich auf der Internetseite „Bild.de“ gefunden habe, auch wenn ich mich dafür schäme, diese Internetseite überhaupt aufgerufen zu haben: „Insgesamt sollen die 350 Millionen Soforthilfe bekommen und als Dank werden Ärzte, Helfer und Soldaten ermordet. Von mir aus sollen die keinen Cent bekommen, sollen die Taliban doch helfen anstatt Waffen und Sprengstof...“; „Pakistan helfen, die wollen uns in die luft jagen! keinen müden cent, außerdem haben wir selber hochwasser, fragt doch mal ob uns einer hilft?“; „Pakistan? Ist das nicht das Land mit der Atombombe? Werden von dort nicht die Taliban mit Waffen und Ausrüsrtung im Kampf auch gegen die Bundeswehr unterstützt? Also hat das Land doch alles um sich selbst zu helfen.“ Leider bin auf diese Äußerungen auch in anderen Foren gestoßen!

Meine weitere Kritik geht an die Medien, die dafür verantwortlich sind, welche Aufmerksamkeit ein bestimmtes Ereignis bekommt. Auf den Internetseiten einiger großer deutscher Zeitungen wie FAZ, Süddeutsche Zeitung oder Die Zeit konnte ich heute auf der Startseite keinen auffälligen Artikel zu der Flutkatastrophe finden und in den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern fand auch keine breite Berichterstattung statt. In unserer Lokalzeitung Siegener Rundschau konnte ich ebenso nur kurze Artikel zu diesem Thema lesen, die einen nicht wirklich informativ weitergebracht haben.

Nach dem Erdbeben auf Haiti fand im ZDF in Zusammenarbeit mit „Ein Herz für Kinder“ des Springer Verlags eine große Spendengala (über diese Form des Spendens kann man natürlich diskutieren!), moderiert von Thomas Gottschalk, statt. Warum wird keine Spendengala zur Hilfe Pakistans veranstaltet? Die Argumente von ZDF und ARD auf diese Frage sind lächerlich! Es sei zunächst wichtig, die Sorge der Menschen zu entkräften, das Geld gelange in die Hände der Taliban. Natürlich gibt es bei jeder großen Spendenaktion Korruption, doch dann hätte wohl in den letzten Jahren keine einzige durchgeführt werden dürfen. Abgesehen davon benötigen NGOs Spendengelder, um Nahrungsmittel, sauberes Wasser und eine medizinische Notversorgung anbieten zu können. Mit diesen Naturalien können die Taliban wohl kaum etwas anfangen. Die zweite Aussage, man wolle vordergründig auf breite Berichterstattung setzen, ist nachvollziehbar, wurde aus meine Sicht aber nicht umgesetzt. Samstagabend (14.08.) um 19:00 Uhr auf „heute“ kam z.B. ein Bericht von fünf Minuten länge, die Sondersendung zu den Fluten in Pakistan am Freitagabend um nach 22:00 Uhr (13.08.) hatte eine Länge von geringen 15 Minuten. Das ist für mich keine breite Berichterstattung!!! Die häufig verwendete Begründung, es seien aktuell einfach zu viele wichtige Ereignisse in den Medien vertreten, kann ich nicht gelten lassen, da die Medien den Fluten und der Notlage der Mensche in Pakistan viel mehr Raum schenken könnten, wenn sie wollten. Von dem Hochwasser in Polen und Ostdeutschland sind bei weitem nicht so viele Menschen auf eine so schlimme Art und Weise betroffen. Außerdem haben diese Länder eine ganz andere Infrarstruktur und ein viel besseres System, um solche Katastrophen in den Griff zu bekommen, genau wie Russland, wo die schweren Brände loderten. Ach ja und es gab noch die Erdrutsche in China, aber die Betroffenen dort durften sich natürlich auch nicht gerade eine ausführliche Berichterstattung erhoffen.

Zuletzt geht meine Kritik wie immer an die nationalen und internationalen Politiker, die nicht in der Lage sind die benötigten und von der UNO geforderten 500 Millionen Dollar aufzubringen. Bisher sind davon gerade mal ein Drittel eingegangen. Die Bundesregierung hat bisher stolze 15 Millionen zur Verfügung gestellt... Die indische Regierung hat zwar ihrem „Erzfeind“ 5 Millionen Dollar angeboten, doch die Aussage Manmohan Singhs (Regierungschef) in seiner Rede zum indischen Unabhängigkeitstag (15.08.), Pakistan solle entschlossener gegen Aufständische vorgehen, ist zu diesem Zeitpunkt und angesichts der Hilflosigkeit des pakistanischen Staates wohl mehr als unangebracht.

Umso länger der Westen braucht, Hilfe im großen Maße zu leisten, desto einfacher ist es für die radikalen Truppen, Vetrauen und Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen, da sie an einigen Orten bereits „humanitäre Hilfe“ als Propaganda betreiben und ihre Aktionen nicht erst umständlich bürokratisch genehmigen lassen müssen.

Mir ist es unverständlich, dass wir bis heute noch nicht so weit sind, einen internationalen Katastrophenschutz abgekoppelt vom Militär zu haben, der sich ausschließlich auf Ereignisse wie die Überschwemmungen in Pakistan, die Erdrutsche in China, das Erdbeben auf Haiti konzentriert und speziell dafür ausgebildet ist und dem entsprechende Ausrüstung zur Verfügung steht! Selbstverständlich kann man diese Naturkatastrophen wie in Pakistan nicht verhindern, doch zumindest sollte man alles daran setzen, ein System zu entwickeln, das es ermöglicht, Menschen in aussichtsloser Lage so schnell wie möglich zu helfen, was heute leider nocht nicht der Fall ist.

Ich weiß, dass Geld allein nicht reicht, um den Menschen in Pakistan zu helfen, doch ohne Spenden können die NGOs (Nichtregierunsgorganisationen) jetzt keine erste Hilfe und später auch keine Wiederaufbauarbeit leisten!!!

 

Spenden:

http://www.aktion-deutschland-hilft.de/index.php

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,8095663,00.html?dr=1

 

Informationen:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-08/pakistan-flut-medien-kommentar?page=1

http://www.spiegel.de/thema/flutkatastrophe_in_pakistan_2010/

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,711874,00.html

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/28/0,3672,8100284,00.html?dr=1

http://www.nationalgeographic.de/reportagen/pakistan-im-visier-der-taliban

 

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