Karakorum Expedition
Karakorum Expedition Tag 1
Karakorum Expedition in Pakistan 31.05. - 26.06.2010
Tag 1: Flug von Frankfurt am Main nach Islamabad, Montag 31.05.2010
Nach kurzen und unruhigen vier bis fünf Stunden Schlaf stehe ich um 06:45 Uhr auf und kann es kaum erwarten, dass die spannende Reise ins ferne Pakistan losgeht. Meine Mutter, mein Bruder und Daniel bringen mich mit dem Auto nach Frankfurt am Main zum Flughafen. Auf der Fahrt dorthin hören wir Radio Siegen und an der Grenze zu Hessen wird zufällig der Bericht über meine Teilnahme an der Expedition ins Karakorum-Gebirge gesendet. Das Wetter ist ziemlich regnerisch und auf der Autobahn nach Frankfurt ist in den Morgenstunden soviel Verkehr, dass ich zwischentzeitlich Angst habe, wir könnten nicht rechtzeitig am Flughafen ankommen. Am Flughafen in Frankfurt verabschiede ich mich von meiner Familie und Daniel und treffe beim Einchecken Tiziana (19 Jahre, Schweiz), Hugo (17 Jahre, Frakreich), Alex (Bergführer aus Frankreich), Erwan (Bergführer aus Frankreich und Mitarbeiter bei Petzl) und Dmitry (unser Fotografen aus Russland), die bereits aus Genf mit dem Flugzeug nach Frankfrurt angereist sind. Außerdem stößt Daniel (20 Jahre) aus Süddeutschland zu uns, der genau wie ich mit dem Auto zum Flughafen gekommen ist. Um 11:30 Uhr verlässt unser luxuriöser Flieger bei kühlen und nassen 11°C die Startbahn und durchbricht die dicke Wolkenschicht über Frankfurt. Ich liebe diese Aussicht, wenn man auf Höhe der Wolken ist und sich wie in einer weitläufigen Schneelandschaft befindet und sich plötzlich über einem der strahlend blaue Himmel auftut, den man die letzten Stunden nicht hat zu Gesicht bekommen. Ich sitze relativ weit hinten im Flugzeug am Fenster und habe niemanden neben mir sitzen, was ich genieße, da ich die letzten Tage kaum zur Ruhe gekommen bin und wegen der Planung für die Expedition nicht richtig abschalten konnte. Mit solch einer aufwendigen Vorbereitung für eine dreieinhalb Wochen andauernde Expeditin nach Pakistans ins Gebirge hatte ich naiverweise nicht gerechnet: Interviews geben, Visum beantragen, impfen lassen, restliche Ausrüstung kaufen, körperlich vorbereiten usw. Unsere Flugroute führt uns über den westlichen Teil des Schwarzen Meers und über den östlichen Teil des Mittelmeers. Da keine Wolken die Sicht versperren, können wir aus über 11.000m Höhe die Türkei, Syrien, Libanon, Israel und Ägypten auf einen Blick betrachten. Grenzen sind aus dieser Höhe und Perspektive nicht zu erkennen! Diese Aussicht war der bisher schönste und beeindruckenste Teil des Fluges. In der Rückwand des Sitzes vor mir ist ein Bildschirm integriert, auf dem man Filme gucken und Musik hören kann sowie Zugriff auf diverse geographische Karten hat, auf denen man wunderbar die Route unseres Flugzeugs verfolgen kann. Die letzte Stunde bis zu unserem Zwischenstop im Wüstenstaat Abu Dhabi stimme ich mich mit arabischer Popmusik, die ebenfalls auf dem Bildschirm vor mir zufinden ist, auf die für uns neue Kultur ein. :) Wir fliegen über die Nafud Wüste in Saudi Arabien und landen abends um 19:30 Uhr Ortszeit (17:30 Uhr in Frankfurt) beim Sonnenuntergang in Abu Dhabi. Da diese Stadt viel näher am Äquator liegt als z.B. Frankfurt geht die Sonne hier nicht nur viel früher sondern auch viel schneller unter. Beim Landeanflug konnte man wunderbar erkennen, dass Abu Dhabi eine von vornherein gut durchtdachte und geplante Stadt ist. Der Stadt, die einfach aus der Wüste gestampft wurde, liegt ein schachbrettartiges Straßennetz zugrunde. Im Flughafen treffen wir Jye (19 Jahre, Australien) und unseren Arzt Patrick (Neuseeland), die bereits am Morgen in Abu Dhabi gelandet waren und einen langen Aufenthalt hatten. Erwan, Alex, Tizi, Hugo, Daniel und ich entscheiden uns ein 48-Stunden-Visum am Ausgang vom Flughafen erstellenzulassen, um für wenige Minuten die klimatisierten Hallen verlassen zu können. Vor dem Flughafen erwarten unsd, obwohl es bereits dunkel ist, über 35°C und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit, was dazu führt, dass wir direkt anfagen wie wild zu schwitzen und nach weniger als 20 Minuten zurück in den Flughafen kehren. Wieviel Geld in Abu Dhabi vorhanden ist, konnten wir bereits vor dem Flughafengebäude erahnen, da eine Luxuskarosse nach der anderen an uns vorbeizog. Später stoßen Erica (20 Jahre, USA) sowie unsere beiden Wissenschaftler Bryan (27 Jahre, Schottland) und Andy (31 Jahre, USA) von der amerikanischen Mayo Clinic zu uns, die wir bereits von unserem Selection Camp in der Schweiz kennen. Nach einiger Verspätung geht unser Flug um 23:00 Uhr Ortszeit endlich nach Islamabad los. Wir fliegen zweieinhalb Stunden und kommen um 03:00 Uhr (Ortszeit) nachts am Flughafen in Islamabad, der Hauptstadt Pakistans, an, wo wir auf Basil (20 Jahre, Singapur) treffen. Obwohl wir alle nach den langen Flügen ziemlich müde sind, müssen wir uns einigen Kontrollen unterziehen und Papiere ausfüllen, bis wir endlich den Flughafen verlassen dürfen. Dort warten bereits Baig und Ferrah von „Nazir Sabir Expeditions“ auf uns, mit deren Organisation, Unterstützung und Kenntnis wir unsere Expedition durchführen werden. Während aus der Moschee am Flughafen passend zur Stimmung und neuen Kultur Gebetsgesänge zu hören sind, beladen wir den Bus und machen uns auf den Weg zu unserem „Hotel“ in Islamabad. Als wir dort um 04:30 Uhr in der Nacht ankommen, ist es bereits so hell wie in Deutschland zur Mittagszeit und über 30°C warm. Nachdem wir im Hotel mit einem frischen Mangosaft begrüßt wurden, gehe ich zusammen mit Daniel auf ein Zimmer und wir versuchen bei Tageslicht einzuschlafen. Glücklicherweise befindet sich ein Ventilator in unserem Zimmer, was für ein Luxus! :)
Aufenthalt im Wüstenstaat Abu Dhabi... Kommentar schreiben
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