Karakorum Auswahlcamp Tag 3
Karakorum Auswahlcamp 02. - 12. Mai 2010 in Châteaux d'Oex
Tag 3: Mercedes-Benz Eco Driving, Dienstag 04.05.2010
Wie den letzten Morgen auch ging unser Wecker um 06:30 Uhr. Pünktlich um 07:00 Uhr waren wir alle draußen um mit Martin bei frischer Luft, kühlen Temperaturen und Wolken, die noch tief im Tal hingen, über eine Stunde zu joggen und in einem Waldparcour Kraft- und Sprintübungen zu machen. Eins ist klar, nach den morgendlichen Übungen waren wir bereits am Frühstückstisch alle hellwach! :)
Da Mercedes-Benz einer der großen Geldgeber und Sponsoren des Pangaea-Projekts ist, wurden wir an diesem Tag erst theoretisch und später praktisch in den neuen Technologien wie z.B. „Blue Efficiency“ unterrichtet. Diejenigen von uns, die einen Führerschein besaßen, durften zunächst die C-Klasse fahren. Mit mir im Auto saßen außer dem „Fahrlehrer“ von Mercedes Iga, Kai und Erica, die sich mit mir mit dem Fahren abgewechselt hat. Erica, Jye und Basil mussten sich ersteinmal daran gewöhnen, auf der rechten Sraßenseite Auto zu fahren. :)
Während des Fahrens wurde gemessen, wieviel Sprit wir bei welcher Geschwindigkeit verbraucht haben. Nach einem Vortrag über „Eco Driving“ sind wir die selbe Strecke nocheinmal gefahren und haben die Anweisungen der Mercedes-Angestellten befolgt und festgestellt, dass wir auf kurzer Strecke einiges an Sprit einsparen konnten ohne an Geschwindigkeit zu verlieren, wenn wir z.B. nur früh genug geschaltet haben. Ich habe ca. 0,8 Liter eingespart. „Eco Driving“ bedeutet: Energie sparen bei gleichbleibender Geschwindigkeit.
Nach dem Mittagessen um 13:00 Uhr hatten wir ein Treffen mit einem Fernsehteam, das über das Pangaea-Projekt und den Tag mit Mercedes-Benz berichten wollte. Jeder von uns wurde zu einem kurzen Interview gebeten, um von seinen bisherigen Erfahrungen zu berichten. Daniel und ich sollten die Interviews auf Deutsch beantworten, was nach den ersten Tagen, wo nur eine Kommunikation auf Englisch stattgefunden hat, etwas irritierend und schwierig war. Die Berichte sollen auf mehreren Sendern international ausgestrahlt werden. Wann und auf welchem Sender weiß ich allerdings (noch) nicht.
Nach den Interviews durften die Glücklichen von uns, die einen Führerschein besitzen, auch noch das „F-Cell Car“ von Mercedes-Benz testen, von dem es nur neun Prototypen weltweit gibt.
Das „F-Cell Car“ stößt null CO2 aus, da als Kraftstoff gasförmiger Wasserstoff dient, mit dem ein Elektromotor betrieben wird. Die Höchstgeschwindigkeit des Autos beträgt 140km/h und es hat eine Reichweite von ca. 300km. Was mich persönlich beim Fahren fasziniert hat, war die Bremskraftrückgewinnung. Ziel war es, nicht die Bremse zu betätigen, da so Energie vernichtet wurde. Sobald man vom Gaspedal runtergegangen ist, hat das Auto von selbst spürbar die Geschwindigkeit reduziert und Energie zurück in das System geführt. Vorausschauendes Fahren war also Voraussetzung, um die Stärken des F-Cell Cars nutzen zu können. Gewöhnen musste man sich daran, dass der Motor des F-Cell Cars nicht zu hören ist. In der Zukunft könnte so z.B. die Lärmbelästigung durch den Verkehr reduziert werden. Ein Problem der neuen Technologie ist, dass gasförmiger Wasserstoff sehr teuer und aufwändig zu gewinnen ist, das F-Cell Car eine geringe Reichweite hat und noch keine Infrastruktur zum Tanken aufgebaut wurde.
Ein vorgestelltes allgemeines Diagramm fand ich persönlich besonders lehreich. Dieses hat gezeigt, dass es vom Spritverbrauch äußerst sinnlos ist, mit einem Auto schneller als 130km/h zu fahren, da es ab einer höheren Geschwindigkeit einen Großteil der Energie aufgrund des steigenden Luftwiderstands allein dafür verbraucht, die Geschwindigkeit zu halten.
Um 17:00 Uhr hat Geberit, ein weiterer Hauptsponsor des Projekts einen Vortrag gehalten. Geberit entwickelt effiziente Systeme und Geräte im Bereich der Sanitärtechnik.
Vor dem Essen wurden Erica, Lauren und ich nocheinmal gebeten, Interviews für das Fernsehteam, das uns auch schon am Nachmittag begleitet hat, zu geben.
Nach dem Abendessen stand ein Treffen mit Martin und einigen Bergführern an, welche die Ausrüstung von jedem Einzelnen von uns genauesten unter die Lupe genommen und für die am nächsten Tag anstehende Exkursion zum Kleinmatterhorn / Breithorn für geeignet oder ungeeignet erklärt haben. Basil z.B. bekam eine warme und wasserdichte Schneehose ausgeliehen, die seine dünne Stoffhose, die er bei seinem Wehrdienst in Singapur getragen hatte, ersetzen sollte. Wir lernten, wie wichtig es ist, die Ausrüstung für eine bevorstehende Exkursion bzw. Expedition sorgfältig zusammen- und einzupacken. Warum dies so wichtig ist, sollten wir in aller Deutlichkeit am nächsten Tag in über 3800m Höhe am Breithorn erfahren.
Nachdem jeder mit einem Rucksack, einem Schlafsack und einer Schlafmatte ausgestattet war sowie eine Petzl-Stirnlampe und ein Wenger-Taschenmesser mit Mike-Horn-Logo :) geschenkt bekommen hatte ging es an's Packen, da wir bereits früh am nächsten Morgen nach Zermatt aufbrechen wollten.
Um 12:15 Uhr hatten Kai, Hugo und ich unsere Sachen soweit im Rucksack verstaut, dass wir uns schlafen legen konnten.

